setzung ist das Rettungsschwimmabzeichen Silber, das Schnor- cheltauchabzeichen und die verbandsinterne Tauglichkeit. Etwa 15 Unterrichtseinheiten Theorie und fünf Einheiten Praxis rei- chen aus, um nach der Prüfung als Signalmann eingesetzt zu werden. Mit Abschluss der Helfergrundausbildung ist man fest im Tauchtrupp verankert. Darauf baut die Stufe ET 1 auf. Nach praxisnahen Tauchgängen – Tarieren, Nullsicht, Leinenführung, sichere Suchtechniken – sowie den Modulen Nachttauchen und Strömungstauchen ist man in wenigen Monaten einsatzfähig. Voraussetzungen sind die abgeschlossene Helfergrundausbildung (PO 811), eine me- dizinische Basisqualifikation (SAN A) und die Tauchtauglichkeit nach den GTÜM-Grundsätzen. Mit ET 1 wird man bis zehn Meter Tiefe eingesetzt. Wer weitergeht, erreicht den ET 2: Arbeiten bis 20 Meter Tiefe (mit Zusatzausbildung auch darüber hinaus), komplexere Such- aufgaben und technische Maßnahmen unter Wasser gehören dazu – vom sicheren Anschlagen über Hebemittel bis zur Unter- wasserkommunikation. Die Prüfungen und weiterführenden Ausbildungen erfolgen über den Landesverband. Mit wachsen- der Erfahrung öffnen sich Führungswege bis hin zum Tauchein- satzführer, der Einsätze plant, Gefährdungen beurteilt und die Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Polizei, THW und weiteren Einheiten steuert. Einsätze finden sowohl in der lokalen Gefahrenabwehr als auch in den Wasserrettungszügen des Landes NRW statt. Der Lan- desverband Westfalen stellt hier elf von 20 Zügen und ist damit ein wesentlicher Bestandteil des landesweiten Konzeptes. Die Wasserrettungszüge sind darauf ausgelegt, bei Hochwasser- lagen, Starkregenereignissen oder Sturzfluten schnell und struk- turiert zu unterstützen. Einsatztaucher bilden dabei einen wich- tigen Baustein des Gesamtsystems, denn ihre Aufgaben unter der Wasseroberfläche ergänzen die Arbeiten der anderen Kom- ponenten. Zusätzlich kommen sie regelmäßig in der örtlichen Gefahrenabwehr zum Einsatz, etwa bei Wasserunfällen, Ver- misstensuchen oder technischen Hilfeleistungen an und in Ge- wässern. Ein Erfahrungsbericht eines ausgebilde- ten Einsatztauchers Was bringt Leute dazu, Einsatztaucher zu werden? Vor meiner aktiven Zeit als Einsatztaucher in der DLRG habe ich mich das ab und zu gefragt. In meinem Umfeld kenne ich einige Einsatz- taucher und viele, die das Ganze unglaublich begeistert ange- hen. Ich habe mich gefragt, wie man so engagiert dabei sein kann, wenn man davon ausgeht, dass eine Lebensrettung durch einen Einsatztaucher eher unrealistisch ist. Aber Einsatztauchen ist so viel mehr. Das Gefühl unter Wasser ist eine wahnsinnig beeindruckende Erfahrung. Die volle Konzentration auf die Auf- gabe, das gleichzeitige Berücksichtigen aller sicherheitsrele- vanten Aspekte und das gegenseitige Vertrauen im Tauchtrupp – das fordert und stärkt gleichzeitig das Selbstbewusstsein. In der Ausbildung lernt man viel über den eigenen Körper, über Stärken und Schwächen und über die Bedeutung eines funktio- nierenden Teams. Man lernt die eigenen Grenzen kennen und die des Gegenübers. Ein Einsatztaucher kann nur sicher arbei- ten, wenn der Signalmann, der Sicherheitstaucher und der Taucheinsatzführer gut ausgebildet sind, als Team funktionieren und die Kommunikation läuft. In der Ausbildung zum ET 2 wird das Anschlagen unter Wasser geübt. Und trotz aller Herausforderungen bleibt die Arbeit unter Wasser meine Lieblingsaufgabe. Ob die Bergung eines Pkw oder eine andere technische Aufgabe: Unter Wasser ist die Arbeit noch einmal ein Stück interessanter als an Land – und vor allem nie Marcel van den Berg < langweilig. Zusammenarbeit und Zukunft Einsatztauchen funktioniert im Verbund. An der Wasserkante greifen Boote, Strömungsretter und Taucher ineinander. Bei Hochwasser oder Starkregen arbeitet man eng mit Organisa- tionen wie Feuerwehr, THW und Polizei zusammen. Im Hinter- grund sorgt die Führung dafür, dass Aufträge klar sind, Informa- tionen fließen und Sicherheit an erster Stelle steht. Technik unterstützt dort, wo Sicht endet: Sidescan-Sonar zeich- net den Gewässergrund, ROVs (kabelgebundene Tauchroboter) erkunden Fundstellen, Unterwasserortungssysteme wie UWIS (Unterwasser‑Navigations‑, Kommunikations‑ und Ortungssys‑ tem) machen Positionen nachvollziehbar und die Dokumenta- tion präzise. In der Ausbildung gewinnen digitale Elemente an Bedeutung: Simulationen und modulare Lernabschnitte helfen, Sicherheit zu festigen, bevor es ernst wird. Wer den Weg zum Einsatztauchen sucht, findet ihn über die Ortsgruppen und Bezirke. Lehrgänge und medizinische Hin- weise stehen im ISC unter »Tauchen« und »Medizin«. Einsatz- tauchen erfordert Zeit, Konzentration und auch ein Stück Aus- rüstung – bietet dafür aber eine Aufgabe, die verantwortungsvoll, vielseitig und im Team getragen ist. Sarah Sievers/Martin Diekmann < Kontakt Fachbereich Tauchen: tauchen@westfalen.dlrg.de westfalen VII